Kostenrechnung
Was eine Gleitschleifminute wirklich kostet
Maschine, Medien, Personal und Ausschuss: ein vollständigeres Modell für Make-or-buy-Entscheidungen.
Der Stromverbrauch ist sichtbar, aber selten der größte Kostenblock. Bei kleinen Losen dominieren häufig Rüst- und Bedienzeiten; bei großen Serien gewinnen Medienverschleiß, Prozesswasser und Ausschuss an Gewicht.
Für einen belastbaren Vergleich sollten mindestens Maschinenstundensatz, Personalbindung, Schleifkörper- und Compoundverbrauch, Wasser und Entsorgung, Nacharbeit sowie Ausschuss einbezogen werden.
Eine hohe theoretische Stundenleistung ist wirtschaftlich nur dann relevant, wenn Separation, Trocknung und Teilehandling denselben Durchsatz tragen. Engpässe sitzen oft in der Peripherie.
Mit Kosten je Gutteil beginnen
Eine einfache Rechenlogik lautet: Loskosten = Maschinenkosten + Personalkosten + Medien- und Wasserkosten + Entsorgung + Nacharbeit. Kosten je Gutteil = Loskosten / freigegebene Teilezahl. Falls Ausschussteile zusätzlich Material- oder Vorbearbeitungskosten verursachen, diese separat einbeziehen. Bereits im Maschinenstundensatz enthaltene Kosten dürfen nicht nochmals addiert werden.
Rechenbeispiel – keine Branchenkennzahl
Ein rein beispielhaftes Los kostet 120 Euro für Maschine und Personal, 20 Euro für Medien und Wasser sowie 10 Euro für Nacharbeit und Entsorgung. Werden 500 Teile freigegeben, ergeben sich 150 Euro / 500 = 0,30 Euro je Gutteil. Sinkt die freigegebene Menge bei gleichen Loskosten auf 450 Teile, steigt der Wert auf rund 0,33 Euro. Die Zahlen illustrieren nur die Formel.
Eigenfertigung und Lohnbearbeitung
Beim Fremdangebot zusätzlich Transport, Verpackung, Mindestlosgrößen, interne Prüfung und gebundenen Bestand berücksichtigen. Für die Eigenfertigung Auslastung und tatsächlich verfügbare Kapazität getrennt betrachten. Vergleichen Sie beide Wege mit derselben Qualität, Losgröße und Prozessgrenze; ein reiner Preis je Maschinenminute reicht dafür nicht.
Quellen und Einordnung
Herstellerunterlagen liefern Prozess- und Produktinformationen. Die Handlungsempfehlungen sind redaktionelle Einordnung und ersetzen keine anwendungsspezifische Auslegung.
Rösler · GleitschlifftechnikSPALECK · GleitschleiftechnikZur vollständigen Quellenmethodik